Basilika St. Ulrich

Kirche und Kloster

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Basilika St. Ulrich, Sakristei, Hauptstr. 85, 8280 Kreuzlingen

Der Konstanzer Bischof Ulrich I. gründete 1125 ausserhalb der Stadtmauern ein Kloster, das er den Regeln des heiligen Augustinus unterstellte. Er integrierte darin auch ein Armen-Hospiz, welches der heilige Bischof Konrad um 950 gestiftet hatte. Ein von Konrad geschenkter Kreuzpartikel, damals Crucelin genannt, befindet sich heute im Kreuz beim Hochaltar und gab dem Kloster den Namen Kreuzlingen. Kirchenpatrone sind die Augsburger Heiligen Ulrich und Afra.

 

 

1499 und 1633 wurden Kirche und Kloster zerstört. Um 1650 entstanden an heutiger Stelle in spätgotischer Bauweise die Kirche und einige Jahre später auch das Konvikt. 1760 wurde die Kirche im Stile des Rokoko erneuert und mit Deckengemälden von Franz Ludwig Herrmann ausgestattet.1848 wurde die Klosterkirche zur Pfarrkirche. Die Konviktgebäude gehören heute dem Staate Thurgau und beherbergen das Lehrerseminar.

 


Von 1954 bis 1961 wurde die Kirche restauriert. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1963 brannten Kirche und Konvikt und wurden grösstenteils zerstört. 1967 wurde die Kirche, welche unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung wieder aufgebaut wurde, neu eingeweiht. Sie ist das Zentrum der rund 5000 Katholiken zählenden Pfarrei. Das gern besuchte kirchenbauliche Juwel gilt als ein Ausgangspunkt der südschwäbischen "Barockstrasse".

 

Ölberg

Der Konstanzer Kunstschlosser und Ratsherr Jakob Hofner (Schöpfer des Chorgitters und Portalgitters zur Ölbergkapelle) schenkte 1761 dem Kloster dreihundert, durchschnittlich 37cm hohe Arvenholz-Skulpturen. Es wird berichtet, dass Hofner diese damals auf 4000 Gulden geschätzten Figuren gegen den Revers abgegeben habe, während 20 Jahren aus Kreuzlingen wöchentlich ein Quantum Brot und Mehl beziehen zu können.

 


Ein Grossteil der Figuren konnte beim Brand von 1963 gerettet werden. Zerstörte Werke wurden vom Kreuzlinger Bildhauer Hermann Kohler stilgerecht neu geschnitzt. Heute zieren wieder rund 280 Figuren das mit einem Stucküberzug versehene Grottenwerk. Bei genauer Betrachtung lässt sich bald erkennen, dass die einzelnen Gruppenbilder sämtliche Szenen der Passionsgeschichte Jesu darstellen.
Die Figuren bestechen durch ihre impulsive Ausdruckskraft. Jeder Schritt und jede Gebärde wird bis ins Detail sehr lebendig dargestellt. Die Herkunft dieser Figuren ist nicht dokumentiert. Es kann aber vermutet werden, dass sie aus einer südost-alpenländischen Schnitzerwerkstatt stammen und um 1720 geschaffen wurden.


Überragt wird das Grottenwerk von einem grossen Kruzifix. Es ist ein Werk aus dem 14. Jahrhundert und hat wie durch ein Wunder die Brände von 1499, 1633 und 1963 überstanden. Dies sah man als eine besondere Gnade an. Durch die Erhebung der Kreuzlinger Kirche zur "basilica minor" ist dies auch päpstlich bestätigt worden. Das Kreuz hängt vor einem stuckierten Baldachin, in dessen Mitte ein Gelbglasfenster österliches Licht einfallen lässt. Das Deckenbild zeigt Mose mit der ehernen Schlange.