Veranstaltungsreihe im Rahmen der "Woche der Religionen" 2026
Die "Woche der Religionen" ist ein Ort der echten Begegnung. Einander auf Augenhöhe begegnen, zuhören und mit Offenheit das Trennende überbrücken. In einer Zeit, in der unsere Gesellschaft spürbar unter Druck steht, ist dieser Dialog wichtiger denn je. Deshalb widmen wir uns 2026 gemeinsam Themen, die uns alle angehen und uns als Gemeinschaft herausfordern.
Montag, 9. November 2026: Veranstaltungen zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938, als in Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte zerstört, in Brand gesetzt und geplündert wurden und Jüdinnen und Juden Opfer brutaler antisemitischer Gewalt und Morde wurden.
Antisemitismus erkennen – Verantwortung wahrnehmen – wirksam handeln
Praxisorientierter Workshop mit Ahmad Mansour für Verantwortungsträger aus Politik, Verwaltung, Schule und Kirche
Montag, 9.11.2026, 14.00 bis 16.30 Uhr
Antisemitische Vorfälle und Äusserungen treten zunehmend auch im gesellschaftlichen Alltag und im institutionellen Umfeld in Erscheinung. Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger in Politik, Verwaltung, Bildung, Kirchen und Zivilgesellschaft sind deshalb gefordert, Antisemitismus frühzeitig zu erkennen, angemessen einzuordnen und wirksam darauf zu reagieren. Im Zentrum stehen konkrete Handlungsmöglichkeiten: präventive Massnahmen, professionelles Reagieren bei antisemitischen Vorfällen sowie das Anstossen institutioneller Prozesse für mehr Handlungssicherheit.
Ort: Ulrichshaus, Gaissbergstrasse 1, 8280 Kreuzlingen
Leitung: Dr. h.c. Ahmad Mansour
Kosten: CHF 20.-
Anmeldung: bis 31.10.2026 an tecum: tecum@kartause.ch
Nicht wegschauen: Antisemitismus in Gesellschaft und Alltag
Podiumsdiskussion über aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus und Vorschläge für gemeinsames Handeln dagegen
Montag, 9. November 2026, 19.00 bis 20.30 Uhr
Eintritt frei
Antisemitismus begegnet uns heute in politischen Debatten, in sozialen Medien, auf Pausenplätzen, im universitären Umfeld, im öffentlichen Raum und im alltäglichen Gespräch – oft subtil, manchmal offen, aber zunehmend spürbar. Die Podiumsdiskussion fragt nach aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus, nach den gesellschaftlichen Dynamiken seit dem 7. Oktober und nach der Verantwortung von Politik, Religionsgemeinschaften, Zivilgesellschaft und jedem Einzelnen. An diesem Abend, an dem wir auch der Reichspogromnacht von 1938 gedenken, sind alle herzlich eingeladen, hinzuschauen, nachzufragen und gemeinsam über Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren.
Gäste auf dem Podium:
Dr. h.c. Ahmad Mansour, Extremismus-Forscher und Bestseller-Autor
Prof. Dr. Christian Rutishauser SJ, Lehrstuhlinhaber für Judaistik an der Universität Luzern
Dr. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds
Maya Blättel, Lehrbeauftragte für Modernhebräisch
Moderation: Rafaela Estermann, stellvertretende Geschäftsführerin und fachliche Leiterin von IRAS COTIS, der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz
Ort: Ulrichshaus, Gaissbergstrasse 1, 8280 Kreuzlingen
Kosten: keine
Anmeldung: an tecum: tecum@kartause.ch
Nicht wegschauen: Rassismus in Gesellschaft und Alltag
Themenabend zur Grundlagenstudie über Rassismus der Universität Freiburg
Freitag, 13. November, 19.00 bis 21.00 Uhr
Die neue Grundlagenstudie «Antimuslimischer Rassismus in der Schweiz» wird an diesem Abend vorgestellt und diskutiert. Das Referat wird von Asmaa Dehbi gehalten, Erziehungswissenschaftlerin, Doktorandin und wissenschaftliche Assistentin am Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg. Zudem ist sie Mitglied der Fachkommission für Migrations- und Rassismusfragen der Stadt Bern. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch.
Ort: Kirche Kurzrickenbach, Bleichestrasse 9, 8280 Kreuzlingen
Kosten: keine
Anmeldung: nicht vonnöten
Wo ist Gott?
Vorführung des Dokumentarfilms von Sandra Gold
Sonntag, 15. November 2026, 17.00 bis 19.00 Uhr
Viele Menschen kommen im Leben an einen Punkt, an dem sie sich fragen: Ist das alles gewesen? Ihre Sehnsucht nach einem tieferen Sinn der menschlichen Existenz und der Zugehörigkeit zu einem grösseren Ganzen leben sie in verschiedenen Religionen und spirituellen Praktiken aus, die ihnen Zugang zu transzendentalen Erfahrungen eröffnen. In ihrem Dokumentarfilm trifft die Regisseurin Sandra Gold vier Menschen aus unterschiedlichen Religionen: eine katholische Nonne, einen Juden, eine Zen-Lehrerin und einen Sufisten. Sie befragt sie danach, warum sie ein religiöses Leben gewählt haben und wo sie Gott finden.
Anschliessend an den Film gehen Menschen aus den verschiedenen religiösen Traditionen der Frage nach: Wo ist Gott bei uns im Thurgau? Am Gespräch über ihre Spiritualität im Alltag beteiligen sich eine Muslima, ein Buddhist, eine Christin, eine religions- bzw. konfessionslose Person und eine Bahai. Auch die Regisseurin wird anwesend sein und freut sich über einen Austausch.
Ort: Kino Roxy, Salmsacherstrasse 1, 8590 Romanshorn
Kosten: Kinoeintritt
Reservationen: ab Anfang November auf www.kino-roxy.ch
Veranstaltet werden die Anlässe der „Woche der Religionen“ von der Katholischen Erwachsenenbildung Thurgau, dem Interreligiösen Arbeitskreis Thurgau, dem Runden Tisch der Religionen Kreuzlingen und dem tecum sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee-Region und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz.